Computereinsatz bei Klausuren? (aus: Rüdeger Baumann, Didaktik der Informatik)
Im Fach Informatik besteht - ähnlich wie
in naturwissenschaftlichen Fächern - grundsätzlich die Möglichkeit,
während der Klausur den Computer zu benutzen. Dies bringt aber spezifische
Probleme mit sich, denn es muss sichergestellt werden, dass
· Behinderung oder Begünstigung der Schüler untereinander infolge der Gerätebenutzung ausgeschlossen sind;
· den Schülern nur die
in der Aufgabenstellung vorgesehenen Daten zur Verfügung stehen, insbesondere
müssen
Täuschungsversuche ausgeschlossen
werden, die darin bestehen, dass sich ein Schüler Zugang zu den -
im Gerät
gespeicherten - Ergebnissen
anderer Schüler verschafft;
· bei einer Funktionsstörung
dem Benutzer kein Nachteil entsteht.
Der hier für den Lehrer entstehende Aufwand
ist erheblich und im Grunde unzumutbar.
Er ist aber auch gar nicht erforderlich, da das
Erreichen von Lernzielen, die sich auf den Umgang mit Geräten beziehen,
im Bereich "Mitarbeit im Unterricht" besser überprüft werden
kann.
Aus diesen Gründen plädiere ich dafür,
eine Benutzung von Geräten in Klausuren nicht vorzusehen. Gegen die
Programmentwicklung am Mikrocomputer während der Klausur spricht ferner,
dass die fehlerfreie Systembedienung und die Suche nach Syntaxfehlern wertvolle
Zeit verschlingen kann und damit ein hinsichtlich des Prüfungserfolges
ihr nicht zukommendes Gewicht erhält.